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Veranstalter:

Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie
Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie (gemeinnützige Organisation)
Fortbildung in trauma- und körperorientierter schulenübergreifender Psychotherapie

Trauma-Institut-Leipzig
Trauma-Institut-Leipzig an der Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie
Fortbildungszyklen für Traumafachberater und Psychotraumatherapeuten

Psychotraumazentrum Leipzig, e. V
Psychotraumazentrum Leipzig e. V.
SAFE®-Kurse - Sichere Ausbildung für Eltern zur Förderung einer sicheren Eltern - Kind - Bindung

Weblinks Kongreßbuch Körperpotenziale in der traumaorientierten Psychotherapie 2007

2.4 Renate Hochauf
Der Körper als »Leitsymptomträger«

Seite 196

5  Ausblick

Die Arbeit an der Über-Ich-Deformation ist Voraussetzung für die wirkliche Integration der Traumata, was bedeutet auch der körperlichen Integrität. Nur über die Distanzierung von den Introjekten wird die Verankerung eines nicht dem Tätersystem verpflichteten Über-Ichs möglich. Darüber eröffnet sich eine neue Positionierung zu den traumatischen Erfahrungen und die Erlaubnis zur Heilung.
Es ist also notwendig, die aus den Täter-Introjekten entspringenden »Heilungsverbote« in einer längeren Arbeit an verschiedenen Abschaltstellen hinreichend zu entmachten. Letztlich geht es darum, die jeweils real erfolgreichen körperlichen Notprogramme (deren sensomotorisches Schema und die dazu gehörigen Affektqualitäten) imaginativ-körpertherapeutisch zu erarbeiten, denn: nur der Körper kennt die jeweilige Überlebensrealität, auch wenn diese noch nicht erlebbar ist. Dieses heimliche Überlebensprogramm aber darf immer erst zugänglich werden, wenn für die Abschaltstellen die bilaterale Derealisation (Rechts-Links-Spaltung) und nachfolgend die punktuelle subkortikale Depersonalisation (der innere Abriss) aufgehoben werden kann.
Um eine endgültige Verknüpfung dieser beiden auf unterschiedlichen neurobiologischen Ebenen gespeicherten Phasen der Traumaepisode zu erreichen, bedarf es der Auflösung der Retter-Übertragungen. An deren Stelle muss eine erwachsene Repräsentanz treten, die vor allem das Versagen der Retter und die Enttäuschung der Rettungshoffnungen erkennen muss. Das bedeutet auch, die Wahrheit darüber zu begreifen, dass es eine nachträgliche Wiedergutmachung auch über die Therapie nicht geben kann. Nur die Erwachsene, nicht das hoffende Kind, kann die Traumata letztlich integrieren.
Über diese Arbeit lassen sich oft Täter-Loyalitäten, Mehr-Generationen-Traumatisierungen und deren Auswirkungen auf familiäre Normen, Geheimhaltungen und Traumawiederholungen in der nächsten Generation erarbeiten.
Letztlich geht es darum, die Introjekte als Fremdbesetzung so zu distanzieren, dass ein neues normatives Über-Ich auf das eigene Ich heilend und integrierend wirken kann.
Gelingt dies, schließt sich der Abschaltpunkt der Episoden, und es ist möglich, erwachsen über die kindliche Qual und Verletzung zu trauern, Beziehungen mit Bezugspersonen neu zu bedenken – zwischen Vergebung und dauerhafter Distanzierung.

 

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